Hochkarätige Referenten beim Wirtschaftstalk der CDU Lengede

25. August 2026


– Prof. Dr. Reza Asghari (MdB), Oliver Schatta (MdL) und Unternehmer Sven Pietzsch diskutieren Chancen regionaler Firmen –
– Gute Wissenschaft, viele Patente, wenige Betriebsgründungen –
– Zu viele Ideen werden im Ausland realisiert –

Es war eine dieser Veranstaltungen, die schon starkes Interesse, etwas Geduld und Mut für politische Veränderungen brauchte, denn beim „Wirtschafts-Talk“, zu dem der CDU Bürgermeisterkandidat Patrick Fölsch ins Broistedter Schützenhaus eingeladen hatte, referierte Professor Dr. Reza Asghari (MdB der CDU) über die Notwendigkeit von Startups auch im ländlichen Raum. Er hat den Lehrstuhl für Entrepreneurship an der TU-Braunschweig inne und stellte das kompliziert klingende Fach ganz anschaulich dar. In Deutschland würden doppelt so viele Patente jährlich angemeldet wie in den USA, doch gründeten sich dagegen in Amerika doppelt so viele junge Unternehmen.

„Wir sind ein Land von Wissenschaftler, Forschern und Entwicklern, doch den Mut zur Gründung von innovativen Unternehmen fehlt in Deutschland“, so der Hochschullehrer. Zahlreiche gute, neue technische Entwicklungen würden bei uns durch Bedenken, rechtliche, bürokratische und politische Hindernisse be- und verhindert. „Wir sehen in Deutschland nicht die Chancen sondern eher die Risiken und dann machen es eben andere“, so Prof. Asghari und sprach damit einigen anwesenden Unternehmern aus der Seele.

Kraftfahrzeug-Innungsobermeister Oliver Schatta (MdL der CDU), mit eigenem KfZ-Betrieb in Rüningen, bestätigte die Aussagen und brachte die Schwierigkeiten von Handwerksbetrieben vor Ort zur Sprache. „Ein Tischlerbetrieb will sich mit einer neuen Halle erweitern, hat das Grundstück, die Finanzierung, die Pläne und wartet seit 2 Jahren auf die Baugenehmigung, weil es Streit über die Nutzung des Daches als Grünfläche oder mit Solaranlagen gibt“, berichtet Schatta von einem aktuellen Fall.

Geschäftsführer Sven Pietzsch vom Holzfachmarkt Borchard in Lengede, fand kritische Worte zum neuen Verpackungsgesetz, denn dies schaffe unnötige bürokratische Belastungen. Dagegen wünschte er sich von der Politik mehr Verlässlichkeit und Planungssicherheit. In der anschließenden Diskussion ging es um schnellere Rückmeldungen aus dem Rathaus, Bürokratieabbau, Verschlankung von Abläufen und Lengede müsse für sich als attraktiven Gewerbe-Standort aktiver werben.  

Wieder ein CDU-Termin bei dem nicht die Geselligkeit, sondern durchaus konzentrierte Beteiligung und mehr Verständnis für Probleme von Handel und Gewerbe, gefordert war.


Text und Fotos: Michael Kramer

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