(von Michael Kramer erstellt zum 50jährigen Jubiläum 1996,
Daten fortgeführt und aktualisiert)


Die Anfänge christlich demokratischer Politik in den bis 1972 selbständigen Ortschaften Barbecke, Broistedt, Klein Lafferde, Lengede und Woltwiesche, – der jetzigen Einheitsgemeinde Lengede -, beginnen schon bald nach der Kapitulation. Aufzeichnungen bestehen über die Aufbauphase der Partei allerdings kaum. Einzig ein Protokollbuch, in dem die Gründung des CDU-Ortsverbandes Barbecke am 02. Juli 1946 beschrieben wurde, ist gut erhalten vorhanden.

Christian Wulff, niedersächsischer CDU-Vorsitzender wird als Ehrengast von Michael Kramer (rechts)
und dem CDU-Landesvorsitzenden Braunschweig Helmut Kuhlmann (mitte)
als Ehrengast zur Jubiläumsveranstaltung „50-Jahre CDU-Lengede“ im Jahre 1997 begrüßt.
(Foto: Peiner Nachrichten)

Ortsverband Barbecke

Im Gasthof „Albert Struckmann“ traten damals spontan zehn Bürger in die CDU ein. Erster Vorsitzender wurde Hermann Weber. Albert Hagemann, Karl Möhle, Josef Baron und Franz Kaminski gehörten dem Gründungsvorstand an. Bis zur Mitgliederversammlung am 06. Juli 1946 wuchs die Partei auf achtzehn Gleichgesinnte an und es mussten vier Mitglieder für den Entnazifizierungsausschuss von der CDU benannt werden.
Josef Baron arbeitete im Kreisausschuss für Flüchtlinge und Landwirtschaft und Hermann Weber im geschäftsführenden Kreisvorstand der CDU-Wolfenbüttel mit. Ein Bild der Zeit skizzierte Schriftführer Franz Kaminski von der Parteiversammlung am 07. Dezember 1947, als er protokollierte: „Herr G., der aus der russischen Zone flüchten musste, gab einen Bericht über den schweren Kampf, den die CDU in der Ostzone zuführen hat und über den schweren Kampf, den das freie Bauerntum dort kämpfte“.

Ortsverband Lengede

Am 29. September 1947 gründete sich im Gasthaus Hardt der CDU-Ortsverband Lengede. Der Vorstand setzte sich aus dem Vorsitzenden Maurermeister Wilhelm Wysocki sowie seinem Stellvertreter, Versicherungsmakler Hermann Fassbender, dem kfm. Angestellten Erwin Görge und als Kassiererin Frau Langkau zusammen.
Das Gründungsprotokoll hält fest, dass „volle Übereinstimmung in der Auffassung herrschte, aufgrund des Wahlergebnisses vom 20. Apri1 1947, das der CDU in Wahlgemeinschaft mit der NLP 396 Stimmen erbrachte, die Gründung eines Ortsvereines nicht nur erfolgversprechend, sondern auch notwendig sei, um den großen an der CDU interessierten Personenkreis zusammenzufassen und ihm eine Führung zu geben“.
Die Parteiaktivitäten ließen aber bald nach, so dass im Umfeld der kath. Kirchengemeinde Lengede die Parole vertreten wurde: „Wir müssen etwas mehr machen“. Dies nahm damals Schornsteinfegermeister Johannes Graune in die Hand und aktivierte 1970 mit rund zwölf Interessierten die örtliche CDU. Schon 1972 hatte der rührige „Schwarze Mann“ 35 Mitglieder geworben und wurde so zum echten Glücksbringer.

Ortsverband Klein Lafferde

Vom 01. Oktober 1948 datiert ein Schreiben an die CDU-Kreisgeschäftsstelle in Peine vom CDU-Ortsverband Klein Lafferde. Es werden die vorläufigen Vorstandsmitglieder benannt: Vorsitzender Vermessungstechniker Hermann Radowski aus dem Haus No.124, Stellvertreter kfm. Angestellter Wilhelm Potthast Haus No.135, Schriftwart Buchhalter August Rasch, Haus No.81 und Kassierer Kaufmann Georg Folkmer, wohnhaft Haus No.60 in Klein Lafferde. Beisitzer der ersten Stunden waren Emil Langhans, Luise Brinschwitz und Johann Grytz.
„Zu Delegierten für die Tagung des Kreisverbandes Peine am 02. Oktober 1948 wurden Wilhelm Potthast und Emil Langhans bestimmt“, teilte August Rasch „im Auftrag“ an den Kreisvorsitzenden mit.

Ortsverband Woltwiesche

Ingenieur Hinkel war in Woltwiesche als 1. Vorsitzender nach dem Kriege sehr aktiv, „aber polarisierend“, wie berichtet wird. Bäckermeister Richard Radetzki folgte 1947, trat aber später wegen Differenzen aus der CDU aus.
Die „graue Eminenz“ war in den 50er Jahren bei den Christdemokraten der örtliche evangelische Pfarrer Hermann Schick. Der auch als „Fußballpastor“ berühmte Geistliche war auf vielen Gebieten energisch aktiv, nicht immer zur Freude der Genossen.
Heinrich Schierding, heute wohnhaft in Groß Lafferde, leitete die CDU Woltwiesche in den 60er Jahren. „Ich habe erstmals schriftliche Vorlagen zur Vorbereitung von Beschlüssen durch die Verwaltung gefordert“, erinnert sich Heinrich Schierding ( 82 ).
Das Verdienst von Walter Kreie bestand in den 70er Jahren darin, die Mitgliedschaft entscheidend zu verstärken. Seine Aktivitäten mit der Bundeswehr Braunschweig während der örtlichen Ferienaktionen waren beispielhaft, – auch für andere Gemeinden.
In der Nachkriegszeit waren die für das Gemeinwohl der Kommunen tätigen Bürgerinnen und Bürger noch nicht so straff, dauerhaft und konsequent einer Partei verbunden. Konservativ überzeugte Einwohner gehörten der Deutschen Partei, der Bauernpartei oder freien Wählerorganisationen an. Besonders in Broistedt ist der noch bestehende „Bürgerblock“ ein Sammelbecken für politisch engagierte, aber parteiunabhängige Bürger gewesen.
Neben Broistedt gehörten noch Barbecke sowie Woltwiesche bis zur Gebietsreform 1972 zum Landkreis und damit zum CDU-Kreisverband Wolfenbüttel.

Ortsverband Broistedt

Der noch heute aktive Helmut Fuchs gehörte viele Jahre dem Kreistag Wolfenbüttel an. In den 50er und 60er Jahren war es auch nicht ungewöhnlich, dass die CDU-Politik im Gemeinderat von Bürgern ohne Parteimitgliedschaft vertreten wurde. Auch der Parteienwechsel war nicht ungewöhnlich.
Den spektakulärsten Parteiwechsel nahm 1981 wohl der Sozialdemokrat Helmut Fuchs vor. Mit seinem Beitritt verschaffte er der CDU-Fraktion im Gemeinderat Lengede die Einstimmenmehrheit. Diese hielt auch unter der strengen Führung von Bürgermeister Hermann Räke und dem Fraktionsvorsitzenden Heinz Pfänder bis zum Ende der Wahlperiode 1986. Landesweit machte dann noch einmal 1986 der Wechsel von Heinz Pfänder zu den Republikanern Furore, der aber politisch bedeutungslos verlief.
Insgesamt kann man feststellen, dass früher die Parteiarbeit gegenüber der Ratsarbeit wenig Bedeutung hatte. Protokolle wurden kaum geführt, selbst Teilnehmerlisten von offiziellen Ratssitzungen enthielten kaum Parteizugehörigkeitsvermerke. Die wenigen Unterlagen haben die politischen Vertreter schließlich auch noch oft als persönliches Eigentum betrachtet und nach dem Ende ihrer Amtstätigkeit nicht weitergegeben, sondern häufig sogar vernichtet. Lückenlose Aufzeichnungen über alle Aktivitäten des CDU-Gemeindeverbandes Lengede und der Ortsverbände liegen eigentlich erst seit Mitte der 80er Jahre vor.
Der Berichterstatter hat sich bemüht, wenigstens die CDU-Orts-, Gemeinde- und Fraktionsvorsitzenden sowie CDU-Bürgermeister chronologisch festzustellen (aktualisiert bis zur Zeit).

Gemeindeverband Lengede (ab 1972)

Parteivorsitzende:
1970 – 1972 Hermann Räke
1972 – 1973 Werner Gerling
1974 – 1975 Dieter Böttcher
1975 – 1982 Heinz Pfänder
1982 – 1987 Heinz Oelmann
1987 – z.Zt. Michael Kramer
Fraktionsvorsitzende:
1972 – 1974 Heinr. Schierding
1974 – 1981 Hermann Räke
1987 – 1994 Helmut Fuchs
1994 – z.Zt. Michael Kramer

CDU-Gemeindebürgermeister:
1981 – 1986 Hermann Räke
1991 – 2021 Hans Grünhagen (stellv. Bgm.)
2021 – 2026 Wolfgang Belte (stellv. Bgm.)

Ortsverband Barbecke

Ortsvorsitzende:
1946 – 1953 Hermann Weber
1970 – 1972 Dr. Albert Fricke
1972 – 1974 Gustav Markwort
1974 – 1983 Heinz Oelmann
1983 – 1993 Gustav Markwort
1993 – 2026 Hermann Eickenloff
2026 – z.Zt. Phillip Markwort    
CDU-Ortsbürgermeister
1946 – 1953 Hermann Weber
1953 – 1968 Albert Hagemann
1972 – 1976 Bruno Bock
1976 – 1981 Gustav Markwort
1981 – 2001 Heinz Oelmann
2016 – 2021 Hermann Eikenloff (stellv. Bgm.)
2016 – z.Zt. Horst Grigat Ortsbürgermeister

Ortsverband Broistedt

Ortsvorsitzende:
1968 – 1972 Hermann Räke
1973 – 1987 Werner Gerling
1987 – 2001 Emmi Haut
2001 – 2007 Ralph Kliche
2007 – 2021 Helmut Müller
2021 – 2025 Udo Müller
2025 – z.Zt. Patrick Fölsch
CDU-Ortsbürgermeister:
1968 – 1972 Hermann Räke (Bürgerblock)
1981 – 1986 Hermann Räke

Ortsverband Klein Lafferde

Ortsvorsitzende:
1948 – ? Hermann Radowski
? – 1972 Willi Meier
1972 – 1985 Konrad Lampe
1985 – 1989 H.J. Hillegeist
1989 – 1993 Brigitte Horch
1993 – 2001 Holger Prüsse
2001 – 2007 Uwe Sanner
2007 – 2015 H.W. Bollmann
2015 – z.Zt.  Hinrich Roloff
CDU-Ortsbürgermeister:

? Willi Meier
? – 1972 Hans Kracht sen.

1981 – 1991 Hans Kracht

2006 – 2011 Holger Prüsse (stellv. Bgm.)
2016 – z.Zt. Hinrich Roloff (stellv. Bgm.)

Ortsverband Lengede

Ortsvorsitzende:
1947 -? Wilhelm Wysocki
— —
1970 – 1972 Johannes Graune (Neugründung)
1972 – 1974 Peter Döring
1974 – 1976 Heinz Pfänder
1976 – 1987 Johannes Graune
1987 – 2001 Wolfgang Belte
2001 – 2011 Lars Brendel
2011 – z.Zt. Wolfgang Belte

Ortsverband Woltwiesche

Ortsvorsitzende:
1945 -1947 Ing. Hinkel
1947 – 1958 Richard Radetzki
1958 – 1974 Heinrich Schierding
1974 – 1987 Walter Kreie
1987 – 2011 Michael Kramer
2011 – z.Zt. Jörg Meckoni
CDU-Ortsbürgermeister:
1946 – 1950 Karl Heinemann

Kreistage Wolfenbüttel, ab 1972 (Gebietsreform) Peine
Im Kreistag Wolfenbüttel und später in Peine wurde Lengede durch Johannes Graune (1970-1991) und Helmut Fuchs (1968- 1976) vertreten. Kreistagsabgeordnete waren weiter Hermann Räke (1981-1986), Hans Kracht (1986-1991), Hans Jürgen Graune (1991-1996 und 2001 – z.Zt.) und Michael Kramer (1991-z.Zt.).

Mandatsverteilung im Gemeinderat Lengede sowie in den Ortsräten seit 1991:

Wahlperiode 1991-1996:
Gemeinderat CDU 9 (FDP 1) / SPD 17;
Ortsrat Barbecke 3 CDU : 2 SPD;
Ortsrat Broistedt 3 CDU : 4 SPD;
Ortsrat Klein Lafferde 2 CDU : 3 SPD;
Ortsrat Lengede 3 CDU : 6 SPD;
Ortsrat Woltwiesche 2 CDU : 5 SPD;
Kreistag Peine : Hans-Jürgen Graune, Michael Kramer

Wahlperiode 1996-2001 :
Gemeinderat CDU 9 / SPD 18;
Ortsrat Barbecke 3:2;
Ortsrat Broistedt 2:5;
Ortsrat Klein Lafferde 2:3;
Ortsrat Lengede 2:7;
Ortsrat Woltwiesche 2:5
Kreistag Peine : Michael Kramer
Großraumverband Braunschweig : Michael Kramer

Wahlperiode 2001 – 2006:
Gemeinderat CDU 10 / SPD 20;
Ortsrat Barbecke 2:3;
Ortsrat Broistedt 3:4;
Ortsrat Klein Lafferde 2:3;
Ortsrat Lengede 3:6;
Ortsrat Woltwiesche 2:5;
Kreistag Peine : Hans-Jürgen Graune, Michael Kramer
Großraumverband Braunschweig : Michael Kramer

Wahlperiode 2006 – 2011:
Gemeinderat CDU 8 / FDP 1 / SPD 21;
Ortsrat Barbecke 2:3;
Ortsrat Broistedt 2:5;
Ortsrat Klein Lafferde 2:3;
Ortsrat Lengede 2:7;
Ortsrat Woltwiesche 2:5;
Kreistag Peine : Wolfgang Belte, Michael Kramer
Großraumverband Braunschweig : Michael Kramer

Wahlperiode 2011 – 2016:
Gemeinderat CDU 8 / FDP 1 / SPD 19 / Grüne 1 (2);
Ortsrat Barbecke 2:3;
Ortsrat Broistedt 2:5;
Ortsrat Klein Lafferde 2:3;
Ortsrat Lengede 2:7;
Ortsrat Woltwiesche 2:5;
Kreistag Peine : Michael Kramer
Großraumverband Braunschweig : Michael Kramer, Wolfgang Belte

Wahlperiode 2016 – 2021:
Gemeinderat CDU 7 / FDP 1 / SPD 17 / Grüne 1 (2 Sitze); AFD 1 (3 Sitze);
Ortsrat Barbecke 2(CDU):3(SPD);
Ortsrat Broistedt 1(CDU):4(SPD):1(Grüne):1(AFD);
Ortsrat Klein Lafferde 2(CDU):3(SPD);
Ortsrat Lengede 2(CDU):6(SPD):1(FDP);
Ortsrat Woltwiesche 3(CDU):4(SPD);
Kreistag Peine : Michael Kramer
Großraumverband Braunschweig : Michael Kramer, Wolfgang Belte

Wahlperiode 2021 – 2026
Gemeinderat :
CDU 6 / FDP 1 / SPD 15 / Grüne 5 / Freie Bürger 2 / AFD 1;
Ortsrat Barbecke : 2(CDU), 3(SPD);
Ortsrat Broistedt : 2(CDU), 4(SPD), 1(Grüne);
Ortsrat Klein Lafferde: 1(CDU), 3(SPD), 1 (Grüne);
Ortsrat Lengede: 1(CDU); 4(SPD), 2(Grüne), 2(FW-PB);
Ortsrat Woltwiesche 3(CDU), 4(SPD);
Kreistag Peine : Michael Kramer
Großraumverband Braunschweig : Michael Kramer, Wolfgang Belte

Prominente Besucher

Besuch von bedeutenden CDU-Politikern hatten die Ortschaften an der Fuhse in den vergangenen Jahren häufig zu verzeichnen. Unvergessen sind die dramatischen Wochen während des Bergwerksunglücks und der Besuch des damaligen Bundeskanzlers Prof. Dr. Ludwig Erhardt am Bohrloch, als er den gefundenen, aber noch unter der Erde gefangenen Kumpel am 07.11.1963 über eine Telefonleitung Mut zusprach.
In Wahlkampfzeiten machten prominente Bundespolitiker häufiger Station in dem Bergwerksort. Bundeskanzler Kurt-Georg Kiesinger hielt 1969 im Dorfzentrum eine Rede zur Bundestagswahl. Der älteste gerettete Bergmann des Unglücks von 1963, Fritz Bär, überreichte dem Kanzler eine Grubenlampe zur Erinnerung.
Helmut Sauer (51), jüngster Bundestagsabgeordneter 1971, kam übrigens von der CDU-Lengede. Er vertrat den Nachbarwahlkreis Salzgitter von 1971 bis 1994 in Bonn. In den Ausgaben des Bundestagshandbuches war immer Lengede als Wohnort verzeichnet. Kanzlerkandidat Dr. Rainer Barzel war in Lengede zur Landtagswahl 1978. Heinz Pfänder war damals übrigens der bisher einzige Lengeder Listenkandidat bei Bundestagswahlen (1976 und 1980). Bundestagsabgeordneter war Phillip von Bismarck. Von 1969-1979 und danach vertrat uns Engelbert Nelle (1980 -1998) im Bonner Parlament. 
Im Landtagswahlkampf 1990 war die nach dem Bundespräsidenten ranghöchste Politikerin Deutschlands, Bundestagspräsidentin Frau Prof. Dr. Rita Süßmuth, im Lengeder Gasthaus Staats zu Gast. Unter der Moderation vom CDU-Vorsitzenden Michael Kramer kam es im überfüllten Saal zu einer angeregten Talkshow, die musikalisch von einer Oldtime-Jazzband begleitet wurde.
Der ehemalige Niedersächsische Innenminister Wilfried Hasselmann besuchte Lengede mehrmals. Ebenso die Europaabgeordnete Frau Dr. Godelive Quisthoudt-Rowohl im Jahr 1993.
Die Bundesministerin für Jugend und Familie, Frau Dr. Angela Merkel, war Gast im Lengeder Jugendzentrum im Bahnhof Broistedt zur Landtagswahl 1994. Auch hier fand eine vielbeachtete Talkrunde mit Jugendvertretern der Gemeinde, der Kirchen und des Sports statt. Rockmusik unterhielt die Jugendlichen in den Pausen.

Politische Informationsfahrten (aktualisiert)

Für viele Mitglieder unvergessen sind auch die zahlreichen politischen Informationsfahrten, die Michael Kramer jährlich sowohl für alle Mitglieder als auch die Gemeinderatsfraktion organisierte (auch das „CDU-Reisebüro“ genannt):

1987
Karlsruhe: Kernforschungszentrum (Zweitagesfahrt)
1988
Gifhorn: Zonengrenze, BGS und Mühlenmuseum bei Gifhorn, 17. Juni
Helmstedt: Kraftwerk Buschhaus / Großbäckerei Steinecke MarienthaI 
Salzgitter : Einfahrt Schacht Konrad
1989
Berlin: Reichstag, Mauer, Gedenkstätte Plötzensee am 17. Juni, Tagesfahrt 1990
Wernigerode, Thale und Oberharz am 17. Juni mit Brockenbahnfahrt nach Grenzöffnung, Tagesfahrt 
Bundesmarine mit Fahrt auf Minensuchern von Travemünde nach Olpenitz
1991
Bremen: Betriebsbesichtigungen bei Mercedes und Eduscho, Tagesfahrt 1992
Bonn/Brüssel: Bundesministerium für Verteidigung in Bonn und NATO-Hauptquartier in Brüssel (Mitglieder Dreitagesfahrt)
1994
Bremerhaven: Müllverbrennungsanlage und Containerumschlag (Zweitagesfahrt GR-Fraktion)
1997
Hamburg (Lufthansa-Flugzeugwerft und Norddeutscher Rundfunk), Mitglieder Tagesfahrt 
Grohnde/Weser, (Kernkraftwerk und Wasserkraftwerke Edersee auf Einladung der Preußen Elektra), Zwei-Tage-Fahrt Gemeinderatsfraktion 1998
Feuchtwangen/Bayern: Kommunalpolitische Information, Drei-Tage Gemeinderatsfraktion
1999
Berlin: 10 Jahre nach dem Mauerfall, Mitglieder-Tagesfahrt
1999
Herxheim/Pfalz (Hambacher Schloss), Drei-Tage GR-Fraktion
2000
Hannover-EXPO: 3 Tagesfahrten auf das Baustellengelände mit Besuch NDR/Landtag
Bremerhaven-SAIL: 2 Tagesfahrten für Mitglieder zum Windjammer-Treffen „SAIL“
2000
Husum/Rendsburg (Solarkraft Pellworm, Windkraft ‚Kaiser-Wilhelm-Koog’, Einladung der SchleswAG)  Drei-Tage GR-Fraktion
2001
Passau-Regensburg(CSU-Aschermittwoch Nibelungenhalle, Schloss Emmeram), Drei-Tage-Reise
Zwönitz/Sachsen (‚Aufbau Ost’/Erzgebirge/Annaberg-Buchholz) Vier-Tage GR-Fraktion
2002
Meissen – Dresden – Leipzig (Porzellan, Landtag, Sächs. Schweiz), Drei-Tage-Fahrt
Schwerin (MDR ,Stadtratsfraktion), Drei-Tage GR-Fraktion
2003
Frankfurt – Mainz – Rüdesheim (Flughafen, „Main-Tower“ ZDF, „Römer“), Drei-Tage-Reise
München/Bayern (Landtag „Maximilianeum“, Staatskanzlei, Wasserkraftwerk Walchensee, Innsbruck), Vier-Tage GR-Fraktion
2004
Köln – Brühl – Aachen (Schloss Augustusburg, Kaiser-Dom, Printen, Tagebau Garzweiler Braunkohle),  Drei-Tage-Reise
Ulmen/Eifel/Mosel, Drei-Tage GR-Fraktion
2005
Jena – Erfurt – Weimar, Drei-Tage-Reise (Carl Zeiss, Schott, Landtag, Goethe)
Freiburg/Colmar/Strassbourg, Vier-Tage GR-Fraktion
2006
Nürnberg – Würzburg (Burg, Noris-Ring), Drei-Tage-Reise
Berlin: (Päpstliche Nuntiatur, Nds. Landesvertretung, ZDF-Hauptstadtstudio), Tagesfahrt 
Münsterland (Drei-Tage Gemeinderatsfraktion)
2007
Heidelberg ( BASF, Neckar), Drei-Tage-Reise
Berlin (Französ. Botschaft, Bahnhof und Berliner Dom), Tagesfahrt
Rostock (Flughafen Lage), Drei-Tage GR-Fraktion
2008
Trier-Luxemburg-Koblenz, Vier-Tage-Reise (EU-Parlament, Dom, Villeroy & Boch, Mosel, Saarschleife)
Bremerhaven „Lütte Sail“, Tagesfahrt  Lennestadt (Sauerland-Pyramiden, Schacht Meggen) Drei-Tage GR-Fraktion
2009
München-Oberpfaffenhofen-Ammersee, Vier-Tage-Reise (Rathaus, Luft-und Raumfahrt ‚Galileo‘, Kloster Andechs, Erdinger Weißbräu)
2009
Dreitagesfahrt Gemeinderatsfraktion Schweinfurt-Würzburg-Fulda
2010
– Vier Tage Busfahrt nach Görlitz-Schlesien/Riesengebirge-Meissen
–  Vier-Tagesfahrt Gemeinderatsfraktion an den Schwarzwald/Bodensee   2011
– Fünf Tage Busfahrt nach Österreich-Salzburg-Kitzbühel
– Viertagesfahrt Gemeinderatsfraktion Ostfriesland-Norden/Seehundstation-Emden/Windkraft-Wiesmoor/Blumenzucht  
2012
– Drei Tage Busfahrt Kiel-Flensburg-Husum – Fraktionsfahrt ICE-Neubaustrecke Thüringen/ Pumpspeicherkraftwerk Goldisthal  
2013
– Vier Tage in den Schwarzwald mit Europa Parlament-Straßburg/ Freiburg/ Baden-Baden
2014
– Vier Tage Bayr. Wald, Passau und Donau
– Fraktionsfahrt nach Pasewalk, Stettin und Usedom
2015
– Vier Städte in vier Tagen, Rotterdam, Amsterdam, Groningen und Leer
– Besichtigung der Bohrfirma Bentec – Albstadt (Baden-Württemberg)  
2016
– Wien und UNO und öster. Parlament
– Lingen (Emsland, NDS)
2017
– Dresden, Prag, Meissen, Glashütte und Seiffen
2018
– Saarland, Metz
2019
– Polen, Stettin und Kolberg

CDU Lengede bereist die pommersche Bernsteinküste
– Empfang mit Stadtpräsidentin im Rathaus von Kolberg –

Lengede. „Wie gewohnt haben wir Grüße aus Lengede auch an die polnische Ostsee gebracht“. Reiseleiter Michael Kramer, war mit seinem CDU-Ratskollegen Wolfgang Belte zum Empfang im Kolberger Rathaus bei der stellvertretenden Stadt-Präsidentin Ilona Gredas – Wòjtowicz. Ein Bildband der Gemeinde Lengede sowie eine Dokumentation über die Ereignisse der Grubenunglücke, wurden im Rahmen kleiner Diplomatie überreicht.
Fünf Tage erkundeten 45 Lengeder mit der CDU die Bernsteinküste. Strahlender Sonnenschein begleitete die Reisegruppe zur Stadtführung in Kolberg, einem Gang über die langgestreckte Mole oder einem Schiffsausflug.  
Der Leuchtturm in Horst, die Ruine der in die Ostsee gestürzten Kirche in Hoff, die Seebrücke im Seebad Misdroy auf der Insel Wollin und die auf einem Hügel stehende Backsteinkirche mit 90 Meter hohem Turm hinter der Stadtmauer von Treptow, wurden angefahren.
In Rügenwalde wurde der Dom mit dem Sarg der Fürstin Hedwig zu Braunschweig-Lüneburg  besichtigt und beim Bummel durch die Altstadt, das Stammhaus des bekannten Teewurstfabrikanten Carl Müller gefunden.
Höhepunkt der Reise war jedoch die Stadtführung durch Stettin mit einem Blick von den Hakenterrassen über die Oder auf den Hafen. Beeindruckt hat die Gedenkstätte am Tor der Vulcan-Werft für sechzehn Arbeiter, die 1970 bei Demonstrationen ums Leben kamen.
Obwohl im Krieg zu 90 Prozent zerstört, begeisterten die restaurierten Gründerhausfassaden im „Paris des Nordens“, wie die Hansestadt auch genannt wird.
Ein Essen mit Dorsch oder Roulade im traditionellen Stettiner Restaurant, beschloss eine Reise mit Kultur, Natur, Wirtschaft und Politik.

Text und Fotos: CDU-Lengede


Kleine Diplomatie im Kolberger Rathaus: Michael Kramer (links) und Wolfgang Belte überreichen die Dokumentation und den Bildband der Gemeinde Lengede an die stellvertretende Bürgermeisterin.


Die CDU Reisegruppe vor dem Rathaus in Kolberg.


Die CDU-Reisegruppe auf den Stettiner Hakenterrassen.


Die CDU-Reisegruppe vor dem Rathaus in Rügenwalde.

Fotos: CDU-Lengede


Politische Informationsfahrten (aktualisiert)

Darüber hinaus haben jährlich viele Lengeder an den Bonner Informationsreisen auf Einladung unseres Bundestagsabgeordneten Engelbert Nelle teilgenommen. Geselligkeit ist Trumpf bei den vielen Grillabenden, Hof- und Scheunenfesten der Lengeder CDU. Tradition hat das CDU-HOF-FEST Woltwiesche, das 1995 zum 9. Mal veranstaltet wurde. 2002 und 2004 wurden große Musikfeste mit dem Reservisten-Musikzug der Bundeswehr auf dem Hof von Otto Burgdorf veranstaltet. Beide Benefiz-Konzerte erbrachten erhebliche Spenden für die Grundschule Woltwiesche (rund 650 €) sowie den Kinderschutzbund Peine (rd. 82o €).

Erste Direktwahl zum Bürgermeister der Gemeinde Lengede 1998

Durch eine Verwaltungsreform kam es in Niedersachsen als letztem Bundesland zum Ende der „Zweigleisigkeit“. Der Gemeindedirektor als Chef der Rathausverwaltung sowie der ehrenamtliche politische Bürgermeister wurden durch den hauptamtlichen Bürgermeister, der verwaltungs- und politisches Amt vereint, abgelöst. Für die CDU-Lengede kandidierte der Vorsitzende und Arbeitsmarktfachmann Michael Kramer erfolglos.

Direktwahl zum Bürgermeister der Gemeinde Lengede 2006

Die CDU Lengede warb vergeblich um kompetente Kandidaten im gesamten Bundesgebiet. Nach intensiven Gesprächen mit der Landes CDU stellte sich erneut der Gemeindeverbandsvorsitzende Michael Kramer zur Verfügung.

Landtagswahl 27. Januar 2008

Aufgrund einer Wahlkreisreform (Verkleinerung des nds. Landtags) kam es zur niedersächsischen Landtagswahl im Januar 2008 zu einem neuen Wahlkreis Lengede-Salzgitter Nord. Die damalige nds. Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann wurde in einer gemeinsamen Urwahl der Mitglieder beider CDU-Verbände im Gästehaus am See zur Direktkandidatin nominiert.

Im neuen Kabinett von Ministerpräsident Christian Wulff arbeitet sie seitdem als Kultusministerin. Allein in 2008 hat die Ministerin in Lengede drei Sprechtage für die Bürger der Gemeinde Lengede abgehalten.

Bundestagswahl 27. September 2009

Kandidatin für die Bundestagswahl 2009 wurde die bisherige EU-Abgeordnete Ewa Klamt aus Gifhorn. Sie stellte sich 60 politisch Interessierten beim Braunkohlessen der CDU in Klein Lafferde vor.

Bundestagswahl 22. September 2013

Die CDU-Kandidatin war nach einem intensiven Wahlkampf erfolgreich. Der Kreis Peine wird jetzt von der Landwirtschaftsmeisterin Ingrid Pahlmann in Berlin vertreten.

Direktwahl zum Bürgermeister der Gemeinde Lengede 2016

Die CDU und FDP haben den parteilosen, unabhängigen Bewerber, Dipl. Betriebswirt Andreas Sadlo bei seiner Kandidatur zum Amt des Bürgermeisters unterstützt. Der langjährige Gewerkschafter und Mitarbeiter bei der Deutschen Bundesbank in Hannover erzielte in der Kommunalwahl mit 41 % Wählerstimmen ein großartiges Ergebnis. In der Ortschaft Woltwiesche hatte Sadlo sogar einen knappen Vorsprung.

CDU fordert FFP2-Masken für Schüler

Dringlichkeitsantrag wegen Corona soll Thema bei der
kommenden Kreistagssitzung werden    von Dennis Nobbe

Kreis Peine. Alle Schüler im Landkreis Peine sollen wegen Corona kostenlos mit FFP2-Masken ausgestattet werden: Dies fordert die CDU-Kreistagsfraktion in einem Dringlichkeitsantrag, der bei der kommenden Sitzung am 10. Februar behandelt werden soll. Jedem Schüler, der am Präsenzunterricht teilnimmt, soll die Kreisverwaltung drei Masken zur Verfügung stellen, heißt es in dem Antrag. „Die aktuelle Gesundheitslage und die aktuell gefassten Beschlüsse der Länder mit der Bundeskanzlerin haben die Situation für Schüler nicht vereinfacht. Die Sorge vor Infektionen ist groß, wir sehen den Schulträger in der Pflicht, seinen Teil beizutragen, um Ängsten bestmöglich entgegenzuwirken“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Kramer.

Das Land Niedersachsen stelle aktuell den Schulbesuch der Schüler an Grundschulen sowie den Abschlussklassen bis Mitte Februar frei, heißt es weiter. Es sei davon auszugehen, dass viele Kinder am Präsenzunterricht teilnehmen. Besonders hier sollte, mit den vom Bund und den Ländern empfohlenen FFP2-Masken, ein größtmöglicher Schutz gewährleistet werden.

Die Stadt Celle habe bereits die Anschaffung von je drei FFP2-Masken für Grundschüler beschlossen, erklärt Kramer. „Diese Entscheidung ist der Peiner CDU ein Vorbild und erweitert sie auf alle am Präsenzunterricht teilnehmenden Kinder.“ Wegen der Dringlichkeit bittet die CDU um eine Eilentscheidung und gegebenenfalls ein Umlaufverfahren (bei dem sich die Kreistagsmitglieder nicht treffen müssten, der schriftliche Weg würde genügen).

Eine nachträgliche haushaltsrechtliche Genehmigung durch die politischen Gremien soll erfolgen. Außerdem empfiehlt die Christdemokraten, vorhandenes Fördergeld des Landes Niedersachsens zu beantragen.

Corona-Streit: Grüner verlässt Ratssitzung in Lengede

LENGEDE. Den Haushalt für 2021 lehnt Bernd Hauck im Lengeder Rat noch ab – er wird
dennoch mehrheitlich beschlossen.

Eine griffige Sitzung brachten die Mitglieder des Gemeinderates Lengede am Montagabend
zum Jahresabschluss in der Mehrzweckhalle der Lengeder Grundschule hinter sich. Nicht
nur wegen der niedrigen Raumtemperatur war die Stimmung sehr unterkühlt. Die
Knackpunkte waren der neue Haushalt für 2021, die Skater- und Parcoursanlage und das
Hygienekonzept beziehungsweise die Tatsache, dass der Gemeinderat noch einmal in einer
Präsenzsitzung tagte. Lesen Sie hier, wieso Bernd Hauck (Grüne) protestiert hat.
Bernd Hauck (Grüne) hatte schon im Vorfeld angekündigt, die Sitzung aus Protest nach der
Abstimmung über den neuen Haushalt zu verlassen. Das tat er dann auch am Montagabend.
Sein Antrag, die weiteren Punkte auf der Tagesordnung zu verschieben, wurde sowohl von
der CDU/FDP-Gruppe wie auch der SPD-Mehrheitsfraktion mehrheitlich abgelehnt. Nur
Dieter Meyer von der SPD hatte zuvor Verständnis für die Argumente von Bernd Hauck
gezeigt.

Das „falsche Signal“ an die Bevölkerung

Der Grünen-Politker empfand die erneute Präsenzsitzung des Lengeder Rates als absolut
„falsches Signal“ an die Bevölkerung, die derzeit wegen der Corona-Lage immer wieder
aufgefordert und verpflichtet werde, Kontakte zu meiden und zu reduzieren. GemeindeBürgermeisterin Maren Wegener und die Fraktionsvorsitzenden Michael Kramer
(CDU/FDP) und Sven Anders (SPD) verwiesen darauf, dass alle Ratsherren fast durchgehend
mit FFP2-Masken an der Sitzung teilnahmen. Nur bei längeren Redebeiträgen nicht. Dafür
wurde das weiterzureichende Mikrofon jedes Mal desinfiziert, es durfte nur mit einem
Gummihandschuh gehalten werden und es hatte einen Plastiküberzug.
Dies, die Masken und die mäßig eingestellte Lautsprecherbox in der kalten Grundschulhalle
trugen zumindest zu Beginn der Sitzung nicht gerade zur guten akustischen Verständlichkeit
der Beiträge bei. Die Ratsmitglieder, aber auch die rund 20 anwesenden Bürger mussten sich
sehr konzentrieren, um alles verstehen zu können.

SPD-Mehrheit setzt den neuen Haushalt durch

Verstehen konnte oder wollte Sven Anders von der SPD nicht, dass gerade die CDU/FDPOpposition im Vorfeld viele Entscheidungen für Projekte und Investitionen der Gemeinde
Lengede mitgetragen hatte, am Montagabend aber den Haushalt für 2021, ebenso wie Bernd
Hauck, ablehnte. Wie immer brachte das nichts, weil die SPD im Lengeder Rat die klare
Mehrheit hat.
Zwar kündigten fast alle Redner zum Haushalt „kurze“ Beiträge an, wegen der CoronaSituation, aber eigentlich waren sie fast so lang wie jeweils in den Vorjahren. Die Argumente
waren im Vorfeld bereits mehrfach ausgetauscht worden.

Kritik an SPD-Alleingängen

Michael Kramer kritisierte erneut die aus seiner Sicht zunehmende Tendenz der SPDMehrheitsfraktion zu politischen Alleingängen, ohne konstruktive Absprache mit den
anderen Parteien. Rund 2 Millionen Euro neue Schulden seien zudem einfach zu viel. Und
ohne den Corona-Zuschuss vom Land (600.000 Euro) wären diese noch höher, betonte der
Sprecher der CDU/FDP.

Zwar gab es auch ein Lob für die Gemeinde-Bürgermeisterin a la Helmut Schmidt, „das hat
sie ganz ordentlich hinbekommen“, aber Michael Kramer war auch offen und stellte
zumindest in Frage, ob es wirklich die Aufgabe einer Gemeinde sei, wie in Lengede
geschehen, eine Hebamme einzustellen. Man müsse aufpassen, dass die Kommunen durch
solche zwar grundsätzlich löblichen Maßnahmen nicht die Aufgaben anderer, zum Beispiel
der Kranken- oder Sozialkassen, übernehmen.

Baugebiete ziehen nicht mehr als Einnahmequelle

Bernd Hauck von den Grünen stimmte wie die CDU/FDP gegen den neuen Haushalt.
„Corona legt die Defizite offen“, sagte er in seiner ebenfalls nicht wirklich kurzen Rede.
Erneut führte er aus, dass das bisherige Einnahmemodell der Gemeinde durch die immer
neue Ausweisung von Baugebieten nicht mehr funktioniere, da dies auch immer enorme
zusätzliche Kosten mit sich bringe (Grundstückskauf, Erschließungen und zusätzliches Kita-Personal).

Kritik am neuen Ortszentrum

Auch der Grünen-Politiker verwies auf die gefühlte Tendenz von Gemeindeverwaltung und
SPD, die Bürger im Vorfeld wichtiger Entscheidungen nicht einzubeziehen. Speziell nannte er
hier das geplante neue Ortszentrum in Lengede hinter dem Bodenstedter Weg. Derzeit sei
auch nicht absehbar, dass das den Ort wirklich wie geplant aufwerte und die angestrebte
hohe Aufenthaltsqualität bieten werde. „Nur 40 neue Parkplätze zu schaffen und den Markt
dorthin zu verlegen, das ist zu wenig!“
Generell kritisierte Bernd Hauck Klima- und Verkehrskonzepte der Gemeinde Lengede,
sofern sie überhaupt vorhanden seien.

Grundschulen ausreichend vor Corona geschützt?

Ebenso sieht er speziell die Grundschulen als zu wenig vor Corona geschützt an. Dafür hatte
er die Gemeindeverwaltung aufgefordert, einen Beschlussvorschlag zur Entscheidung über
die Anschaffung von Belüftungsmaschinen vorzulegen. Das passierte auch später, als Bernd
Hauck die Sitzung schon verlassen hatte. Die verbliebenen Parteien stimmten der Vorlage zu,
nach der „vorerst keine“ Belüftungsanlagen angeschafft werden.

Pause für Lüften

Die Verwaltung lehnt das ab, und argumentiert, dass dann automatisch alle rund 100 Räume
der Gemeinde, nicht nur die Grundschulen, damit ausgestattet werden müssten. Das sei zu
teuer. Zudem sei der Nutzen dieser Maschinen noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen.
Immerhin wurde die Ratssitzung am Montag kurz unterbrochen, um die Halle zu
durchlüften, was sie dann noch kälter machte.
Sven Anders von der SPD verwies noch auf die notwendigen rund 25 Millionen Euro an
Investitionen der Gemeinde im neuen Jahr. Neue Kitas oder die Sanierung der Kläranlage
seien gut ausgegebenes Geld. Die Gemeinde Lengede werde für die Zukunft weiter gut
aufgestellt.

Zahlt Amazon Gewerbesteuern?

Einen interessanten Punkt hatte Bernd Hauck noch bei den „Mitteilungen“ der Verwaltung
eingebracht. Die Gemeinde-Bürgermeisterin antworte ihm auf die Frage, ob Amazon im
Broistedter Unternehmenspark überhaupt Gewerbesteuern zahle. Maren Wegener hatte
deswegen bei Amazon nachgefragt und bekam, wenig überraschend, eine positive
Rückmeldung von dem Online-Versandhändler: Ja, es sei mit einer Zahlung im fünfstelligen
Bereich zu rechnen an Gewerbesteuern. Zur genauen Höhe könne nichts gesagt werden, da
diese von den Umsätzen von Amazon abhänge, so die Bürgermeisterin.

Jugendliche für Skaterpark, Anwohner sensibilisiert

In der Einwohnerfragestunde meldeten sich Jugendliche zu Wort, die teilweise mit ihren
Skateboards zur Ratssitzung gekommen waren. Auch ein Anwohner aus der Brucknerstraße
in Lengede meldete sich zum Thema Skater- und Parcoursanlage. Die will die SPD.
Die CDU/FDP ist derzeit wegen der zu erwartenden Kosten von „rund 300.000 Euro“
dagegen. Bernd Hauck von den Grünen möchte erst einen allgemeinen Bedarf, auch nach
möglichen anderen Schwerpunkten, bei den Jugendlichen abgefragt wissen, bevor eine
solche Investition gestemmt werden könne.
Für die CDU/FDP ist die teilreaktivierte Mountainbike-Anlage hinter dem Lengeder
Seilbahnberg eher ein warnendes Beispiel.
Die SPD sieht diese als stark genutzt an. Der Anwohner sorgt sich wegen des potenziellen
Lärms und verwies dabei auf die gut besuchte Skater-Anlage in Lamme. Die sprachen auch
die Jugendlichen an in der Sitzung.
Die SPD will diese Anlage endlich in der Gemeinde Lengede, Ideen dafür gibt es schon seit
gut zehn Jahren. Maren Wegener betonte, dass es noch gar keine Festlegung auf einen Ort
gebe. Mit der SPD-Mehrheit wurde beschlossen, in 2021 zumindest schon einmal 30.000
Euro für die Planung bereit zu stellen.

Weitere Entscheidungen und Themen der Sitzung des Gemeinderats Lengede am Montagabend

Bernd Hauck hatte vorgeschlagen, dass die eingesparten Aufwandsentschädigungen für die
Ratsmitglieder, wegen der Absage von Sitzungen wegen Corona, an Vereine ausgezahlt
werden. Das gebe die Kommunalverfassung nicht her, erläuterte Maren Wegener. Zudem
stehe den Ratsmitgliedern das Geld nur zu, wenn die Sitzungen auch stattfinden.
Geschenke und eine kurze Verabschiedung für zwei bekannte Gesichter gab es während der
Sitzung. „Senioren-Willi“ Meier scheidet nach vielen Jahren aus dem Seniorenbeirat des
Landkreises Peine aus. Ihn ersetzt Jürgen Herbst (SPD), Vorsitzender des Sozialausschusses
der Gemeinde Lengede.
Lengedes Ehrenbürger und früherer Bürgermeister Hans-Hermann Baas hat ebenfalls nach
einer langen Zeit den Vorsitz im Wasserverband Peine abgegeben. Nachfolger ist Lutz Erwig
aus Hohenhameln. Maren Wegener ist ebenfalls Vorstandsmitglied des Wasserverbandes.
Axel Lambrecht ist neuer Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Klein Lafferde. Börge
Sanner ist sein Stellvertreter.
Per Beschluss gewährt die Lokalpolitik Bürgermeisterin Maren Wegener und ihrem
allgemeinen Vertreterin Cord-Heinrich Helmke eine Erhöhung der monatlichen
Aufwandsentschädigung auf 246 Euro (zuvor 205 Euro) und 168 Euro (zuvor 140 Euro).
Einstimmig (ohne Bernd Hauck) wurde beschlossen, dass die Vereine ihre gewährten
zinslosen Darlehen wegen der Corona-Lage später zurückzahlen können. Die Frist wird bis
Ende 2021 verlängert. Zudem gewährt die Gemeinde Lengede dem Sportverein Viktoria
Woltwiesche für die Erweiterung seines Sportheimes ein zinsloses Darlehen von maximal
29.000 Euro (Tilgung 10 Prozent, Laufzeit 10 Jahre, Rückzahlung ab 2026). Auch dieser
Beschluss war einstimmig.
Wie erwartet wird es für die Anwohner der sanierten Feldstraße in Broistedt günstiger bei
den Anliegerbeiträgen. Sie gilt nun offiziell als Straße „mit starkem innerörtlichen Verkehr“,
nicht mehr als reine Anliegerstraße. Das senkt die Beiträge. Die 19 Anwohner und
Anwohnerinnen müssen nun zusammen rund 62.000 Euro aufbringen.
In den neuen Baugebieten an die Fuhsestraße in Woltwiesche und Broistedt Ost gibt es
(neue) Straßennamen: Am Linnenberg in Woltwiesche und Sanddornring und Kirschenweg
in Broistedt.
Die Einfamilienhaus-Grundstücke im Baugebiet „Oberger Weg Nord“ in Klein Lafferde
werden zu einem Preis von 146 Euro/m² inklusive Erschließung, zuzüglich Kanalbaubeitrag,
veräußert. Die eingeschossigen Einfamilienhaus-Grundstücke im Baugebiet „Broistedt Ost“
sollen 182 Euro/m² kosten, im Baugebiet „Fuhsestraße“ in Woltwiesche 156 Euro/m².
Einstimmig beschlossen die Ratsmitglieder einen Antrag der SPD, der zu einer neuen Straße
vom Gewerbegebiet Broistedt (hinter der Biogasanlage) zur belasteten Kreuzung an der L
472/Osterriehe (Höhe Team-Tankstelle ) führen könnte. Die Verwaltung muss diese Option
nun offiziell prüfen.
Wegen der Corona-Lage, auch um „schnelle Entscheidungen“ treffen zu können, erweitert
der Gemeinderat die Möglichkeiten der Gemeinde-Bürgermeisterin beim Thema
Einstellungen. Die ist nun, bis zum 31. März 2021, ermächtigt, „auch über die nicht nur
vorübergehenden Einstellungen, die Eingruppierung, die Entlassung sowie über wesentliche
Änderungen bestehender Arbeitsverhältnisse von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu
entscheiden“.

– Radschnellweg nach Holland und die neue Bahnstrecke Bad Bentheim Neuenhaus –

Lengede. Die Planung von Radschnellwegen ebenso wie die Reaktivierung von Bahnstrecken wird von Initiativen gefordert, ist aber durchaus umstritten. Deshalb hat der Peiner Großraum-Abgeordnete, Michael Kramer, wieder eine politische Informationsfahrt für seine CDU-Fraktion im Regionalverband Braunschweig (RGB) organisiert.

Nach Gronau ins Münsterland, der Geburtsstadt von Udo Lindenberg, führte die erste Station. Bürgermeister Rainer Doetkotte, erläuterte beim Empfang der Stadt im Rock- und Pop-Museum, die Umgestaltung ehemaliger Industriebrachen nach dem Ende der Textilunternehmen durch die Ausrichtung der Landesgartenschau 2003.

Gronau, grenznah zu den Niederlanden gelegen, plant einen Radschnellweg in die holländische Nachbarstadt Enschede. Da sich auch der RGB intensiv mit Radschnellwegen befasst, so ist die Strecke Vechelde – Braunschweig in der Diskussion, erhielt die CDU Fraktion nützliche Informationen über Probleme bei Planung, Grundstückserwerb, Verkehrsregelungen, aber vor allem Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten. Eine Besichtigung im Grenzgebiet machte Unterschiede im fahrradfreundlichen Holland gegenüber gründlichem deutschem Planungsrecht deutlich.

Am zweiten Tag der Reise ging es nach Nordhorn, wo sich Michael Kramer, als verkehrspolitischer Sprecher der CDU im RGB, bei der Bentheimer Eisenbahn auf die Besichtigung einer reaktivierten Bahnstrecke zwischen Nordhorn und Neuenhaus freute. Nach umfangreichen Informationen durch die Geschäftsleitung des kommunalen Unternehmens, folgte eine Zugfahrt auf der alten-neuen Strecke. Den Regionspolitikern war dies besonders wichtig, weil auch die Wiederinbetriebnahme der Gleisstrecke Braunschweig-Watenbüttel-Wendeburg-Harvesse, seit Jahren diskutiert wird.

„Wir haben gesehen, das mit unkonventionellem, mutigen Handeln, aber auch jeder Menge Fördergelder, umweltfreundlicher ÖPNV auf der Schiene wieder möglich ist“, sah Kramer dies als Beispiel auch für heimische Projekte.

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